VSME · Datenerfassung

VSME: Welche Daten braucht ein Unternehmen für den Nachhaltigkeitsbericht?

Sie möchten einen VSME-Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Dann beginnt die Arbeit normalerweise nicht mit dem Schreiben des Berichts.

Welche Daten müssen wir überhaupt zusammentragen?

Ein Teil liegt in der Buchhaltung, ein Teil bei HR. Energieverbräuche stehen auf Rechnungen, Abfalldaten beim Entsorger, Zertifikate beim Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheitsinformationen wieder an anderer Stelle.

Manche Kennzahlen – insbesondere Scope 1 und Scope 2 – müssen aus vorhandenen Ausgangsdaten erst berechnet werden.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Informationen Sie für den Basic Module vorbereiten sollten, wann zusätzliche Angaben aus dem Comprehensive Module relevant werden und wie Sie die Daten für Kunden, Banken und ESG-Fragebögen wiederverwendbar strukturieren.

Quick Answer

Welche Daten brauchen Sie für einen VSME-Bericht?

  1. 01

    Unternehmens- und Berichtsdaten

    Gesellschaft, Zeitraum, Rechtsform, NACE-Code, Umsatz, Bilanzsumme, Mitarbeitende, Standorte und Zertifizierungen.

  2. 02

    Praktiken und Policies

    Welche Maßnahmen, Richtlinien, Initiativen und Ziele existieren tatsächlich?

  3. 03

    Energie und Emissionen

    Strom, Brennstoffe, Scope 1 und location-based Scope 2.

  4. 04

    Weitere Umweltdaten

    Schadstoffe, Biodiversität, Wasser, Abfall, Recycling und relevante Materialströme.

  5. 05

    Mitarbeiterdaten

    Mitarbeiterzahl, Vertragsarten, Geschlecht, Länder und weitere Workforce-Kennzahlen.

  6. 06

    Arbeitssicherheit

    Arbeitsunfälle, Unfallrate und gegebenenfalls relevante Todesfälle.

  7. 07

    Vergütung und Weiterbildung

    Mindestlohn-Compliance, Tarifabdeckung und Trainingsstunden.

  8. 08

    Governance

    Relevante Verurteilungen oder Geldbußen wegen Korruption und Bestechung, falls vorhanden.

  9. 09

    Comprehensive Reporting

    Geschäftsmodell, Märkte, Klimaziele, Klimarisiken, zusätzliche Workforce- und Menschenrechtsdaten.

Der Bericht entsteht erst danach.

Zuerst entsteht eine belastbare Datenbasis.

01

VSME oder „Voluntary Standard“ – was gilt 2026 eigentlich?

Der Begriff VSME bleibt in Unternehmen, Suchmaschinen und vielen Unterstützungsangeboten die gebräuchlichste Bezeichnung. Rechtlich hat sich 2026 aber etwas verändert.

Die Europäische Kommission hat am 3. Juli 2026 einen neuen Sustainability Reporting Standard for Voluntary Use – kurz Voluntary Standard – angenommen.

Er basiert auf dem VSME, den EFRAG entwickelt hatte und den die Kommission 2025 mit Recommendation (EU) 2025/1710 unterstützt hatte. Die Änderungen wurden bewusst begrenzt und dienen insbesondere der Abstimmung mit den 2026 überarbeiteten ESRS und dem neuen Value-Chain-Cap-System.

Stand · 22. August 2026

Angenommen bedeutet noch nicht in Kraft.

Laut offizieller Kommissionsseite ist der delegierte Rechtsakt noch nicht in Kraft, solange die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union aussteht. Er bleibt dem einschlägigen Prüfungs- und Veröffentlichungsverfahren unterworfen.

Der Standard richtet sich an Unternehmen, die nicht der verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung unterliegen und im vorhergehenden Geschäftsjahr durchschnittlich nicht mehr als 1.000 Beschäftigte hatten. Er selbst schafft für diese Unternehmen keine verpflichtende Sustainability-Reporting-Pflicht.

Für diesen Leitfaden verwenden wir deshalb weiterhin den etablierten Begriff VSME, beziehen die Datenstruktur aber auf den von der Kommission angenommenen 2026 Voluntary Standard.

Die aktuelle Einordnung finden Sie bei der Europäischen Kommission: Annahme vom 3. Juli 2026 und auf der offiziellen Seite zu den delegierten Rechtsakten.

02

Basic oder Comprehensive: Diese Entscheidung kommt zuerst.

Der 2026 Voluntary Standard besteht weiterhin aus zwei Ebenen.

B1–B11

Basic Module

Der Kern des Standards mit grundlegenden Unternehmens-, Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen.

C1–C9

Comprehensive Module

Zusätzliche Informationen, die besonders für Kunden, Banken, Investoren und andere Geschäftspartner interessant sein können.

Der Basic Module ist Voraussetzung für die Anwendung des Comprehensive Module.

Für ein Produktionsunternehmen sollte deshalb vor Beginn geklärt werden: Warum erstellen wir den Bericht? Nur als erste strukturierte ESG-Datenbasis – oder soll er möglichst viele wiederkehrende Informationsanforderungen von Kunden und Banken abdecken?

Entscheidung vor der Datensammlung

Berichtsziel → Basic oder Basic + Comprehensive → benötigte Datentiefe

03

Nicht jeder Datenpunkt gilt automatisch für jedes Unternehmen.

Der Standard unterscheidet unter anderem zwischen grundlegenden Datenpunkten, Angaben unter bestimmten Bedingungen, freiwilligen Angaben und zusätzlichen sektorspezifischen Informationen.

Einige Datenpunkte sind außerdem für Unternehmen mit 10 Beschäftigten oder weniger freiwillig, obwohl sie für größere Unternehmen innerhalb des Standards grundsätzlich dazugehören.

Deshalb sollte die Datensammlung nicht so funktionieren: „Hier sind 100 Felder – bitte alles irgendwie ausfüllen.“

Disclosure → trifft auf uns zu? → Datenquelle → Verantwortlicher → Status

„Nicht anwendbar“ und „nicht vorhanden“ sind dabei zwei unterschiedliche Ergebnisse.

04

B1: Zuerst die Basis des Berichts festlegen.

Bevor Sie Strom, Abfall oder Mitarbeiterkennzahlen sammeln, müssen Sie definieren: Worüber berichten wir eigentlich?

Unter B1 verlangt der 2026 Standard unter anderem Angaben zur gewählten Berichtsoption sowie dazu, ob der Report auf Einzelunternehmensebene oder konsolidiert erstellt wird.

  • Rechtsform
  • NACE-Sektorcode
  • Bilanzsumme
  • Umsatz
  • Mitarbeiterzahl
  • Land der Hauptgeschäftstätigkeit
  • bedeutende Assets beziehungsweise Standorte
  • Geolokation relevanter eigener, gemieteter oder gemanagter Standorte
  • bei konsolidierter Berichterstattung: einbezogene Tochtergesellschaften

Typische interne Quellen

Jahresabschluss, ERP, Handelsregister- und Unternehmensdaten, HR, Standortliste sowie Immobilien- und Facility-Unterlagen.

Scope-Warnung

Nicht den Umsatz der Gruppe mit dem Energieverbrauch nur eines Werkes kombinieren.

05

Zertifizierungen: Nicht nur sammeln, sondern den Scope prüfen.

Wenn Ihr Unternehmen sustainability-related Certifications oder Labels besitzt, sieht B1 eine kurze Beschreibung vor. Dazu können – wenn relevant – beispielsweise Aussteller, Datum sowie Rating beziehungsweise Ergebnis gehören.

Praktisch sollten Sie für jedes Dokument mindestens Gesellschaft, Standort beziehungsweise Scope, Gültigkeit und Dokumentstatus erfassen.

ISO 14001

Gesellschaft
Beispiel GmbH
Standort / Scope
Werk A
Gültigkeit
2027
Dokument
vorhanden

ISO 50001

Gesellschaft
Beispiel GmbH
Standort / Scope
Werk A + B
Gültigkeit
2026
Dokument
vorhanden

Ein Zertifikat sollte nicht nur existieren. Es sollte auch klar sein, für welchen Teil der berichtenden Organisation es tatsächlich gilt. Zertifizierungen sind dabei nicht automatisch verpflichtend und ein Dokument deckt nicht pauschal jede Gesellschaft oder jeden Standort ab.

06

B2: Welche Nachhaltigkeitspraktiken existieren bereits?

B2 ist kein Auftrag, möglichst viele neue Policies zu erfinden. Der Standard fragt nach dem, was tatsächlich bereits vorhanden beziehungsweise in Umsetzung ist.

Praktiken
Policies
zukünftige Initiativen / Pläne
Ziele zur Überwachung der Umsetzung

Für ein Produktionsunternehmen können reale Praktiken beispielsweise geringeren Energieverbrauch, Emissionsreduktion, Abfallvermeidung, Recycling, Arbeitssicherheit, Produktqualität oder -sicherheit, bessere Arbeitsbedingungen und Lieferantenanforderungen betreffen.

Die richtigen Fragen

Was machen wir tatsächlich? Wo ist das dokumentiert? Wer kann es intern bestätigen?

07

Policies: Vorhanden, Entwurf oder nicht vorhanden?

Für jede relevante Richtlinie sollten Sie sauber unterscheiden.

01

Vorhanden und verabschiedet

Als existierende Policy erfassen.

02

Praxis existiert, formelle Policy fehlt

Prüfen, ob sie sachgerecht dokumentiert und intern verabschiedet werden soll.

03

Entwurf vorhanden

Noch nicht automatisch als gültige Unternehmensrichtlinie behandeln.

04

Praxis existiert nicht

Keinen Text erstellen, der das Gegenteil behauptet.

Beispiele können Environmental Policy, Code of Conduct, Human Rights Policy, Health & Safety Policy, Anti-Corruption Policy oder Supplier Code of Conduct sein.

Ein VSME-Bericht sollte Unternehmensrealität strukturieren – nicht eine attraktivere Unternehmensrealität erfinden.

08

B3: Energieverbrauch – welche Daten brauchen Sie?

Für Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten sieht der 2026 Standard im Basic Module die Offenlegung des gesamten Energieverbrauchs in MWh vor.

Wenn die notwendigen Informationen verfügbar sind, wird außerdem eine Aufschlüsselung nach Strom und Brennstoffen sowie erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energie vorgesehen.

Strom und Wärme

kWh oder MWh je Standort, Rechnungen und Zählerdaten; Fernwärme und andere Energieformen, soweit relevant.

Brennstoffe

Erdgas in kWh oder m³, Heizöl in Litern, LPG und andere Brennstoffe in ihrer jeweiligen Originaleinheit.

Wichtigste Regel

Originaleinheit und Originalquelle behalten. Die Umrechnung in MWh kommt danach.

09

B3: Scope 1 und Scope 2 müssen aus den Aktivitätsdaten berechnet werden.

Der 2026 Voluntary Standard sieht im Basic Module die Angabe geschätzter absoluter Brutto-Treibhausgasemissionen in tCO₂e vor: Scope 1 und location-based Scope 2 unter Berücksichtigung des GHG Protocol Corporate Standard.

Für Unternehmen mit 10 Beschäftigten oder weniger sind diese Angaben im Standard ausdrücklich freiwillig.

SCOPE 1

Erdgas, Heizöl, andere Brennstoffe, relevante Fuhrparkkraftstoffe, Kältemittel und gegebenenfalls Prozessemissionen.

SCOPE 2

Eingekaufter Strom sowie Wärme, Kälte und Dampf.

Aktivitätsdaten → Emissionsfaktor → Berechnung → tCO₂e

Welche Ausgangsdaten Sie zuerst zusammentragen sollten, zeigt Scope 1 und Scope 2: Welche Daten braucht man?. Unterstützung bei der eigentlichen Berechnung finden Sie unter Scope 1 und Scope 2 berechnen.

10

B4: Schadstoffe – nicht jedes Unternehmen braucht eine neue Messkampagne.

B4 betrifft Emissionen von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden aus eigenen Tätigkeiten.

Der Standard verlangt jedoch nicht pauschal, dass jedes kleine Unternehmen für den VSME-Bericht ein komplett neues Schadstoff-Monitoring startet.

Die Angabe greift, wenn das Unternehmen solche Emissionen bereits aufgrund von EU- oder nationalem Recht an zuständige Behörden melden muss oder sie freiwillig im Rahmen eines Environmental Management Systems berichtet. Sind Informationen bereits öffentlich verfügbar, kann auf das entsprechende Dokument verwiesen werden.

Interne Prüffrage

Melden wir heute bereits Umwelt-Schadstoffdaten an eine Behörde oder im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems?

Wenn nein, sollte nicht automatisch ein Wert erfunden werden.

11

B5: Biodiversität beginnt mit der Standortliste.

Für B5 ist zunächst keine abstrakte Biodiversity Strategy notwendig. Die praktische Ausgangsfrage lautet:

Liegt einer unserer Standorte in oder nahe an einem biodiversitätssensiblen Gebiet?

Falls ja, sieht der Standard die Angabe des Standorts sowie des entsprechenden Gebiets vor.

  • vollständige Standortliste
  • genaue Lage beziehungsweise Geokoordinaten
  • Prüfung gegenüber relevanten Schutz- beziehungsweise Biodiversitätsgebieten

Für Produktionsunternehmen mit mehreren Werken sollte dies standortbezogen erfolgen.

12

B6: Wasser – beginnen Sie mit der Wasserentnahme.

Der Standard fragt nach der gesamten Water Withdrawal – also dem Wasser, das in die organisatorische beziehungsweise Standortgrenze entnommen wird.

Wenn Produktionsprozesse wesentlich Wasser verbrauchen, kann zusätzlich der Wasserverbrauch relevant sein, also vereinfacht die Differenz zwischen Entnahme und Abgabe aus den Produktionsprozessen. Bei Standorten in Water-Stress-Gebieten wird diese Information zusätzlich separat relevant.

Typische Datenquellen

Wasserrechnungen, Zähler, Facility Management, Produktionsmessungen sowie eigene Brunnen- oder Entnahmeaufzeichnungen, soweit vorhanden.

Erfassungsstruktur

Standort | Zeitraum | Wassermenge | Einheit | Quelle

13

B7: Abfall ist für Produktionsunternehmen besonders praktisch relevant.

Für viele Fertigungsunternehmen ist B7 einer der datenintensiveren Bereiche.

Der Standard umfasst unter anderem die Anwendung von Circular-Economy-Prinzipien, das Gesamtgewicht des erzeugten Abfalls, die Aufteilung in gefährlichen und nicht gefährlichen Abfall sowie den Anteil, der Recycling oder Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt wird.

Für Unternehmen in Branchen mit wesentlichen Materialströmen – ausdrücklich beispielsweise Manufacturing – kann zusätzlich der jährliche Massenstrom relevanter verwendeter Materialien relevant sein.

Typische Quellen sind Entsorgerberichte, Wiegescheine, Rechnungen, Abfallregister, Produktionsdaten, Materialeinkauf und ERP.

Metall

Menge
24,2
Einheit
t
gefährlich?
Nein
Verwertung
Recycling
Quelle
Entsorger

Altöl

Menge
1,3
Einheit
t
gefährlich?
Ja
Verwertung
Behandlung
Quelle
Entsorger

Karton

Menge
8,6
Einheit
t
gefährlich?
Nein
Verwertung
Recycling
Quelle
noch zuordnen

Die dargestellten Abfallarten sind Beispiele und keine universelle Kategorienliste für jedes Unternehmen.

14

Materialströme: Für Manufacturing nicht übersehen.

Dieser Punkt ist für die Zielunternehmen von evipace besonders wichtig. Der 2026 Standard nennt Unternehmen in Sektoren mit bedeutenden Materialströmen und führt Manufacturing ausdrücklich als Beispiel auf.

Bei einem Produktionsunternehmen sollten deshalb früh die wesentlichen Rohstoffe und Inputs geprüft werden:

Metalle
Kunststoffe
Chemikalien
Holz
Verpackungen
weitere wesentliche Inputs

Material → jährliche Masse → Einheit → Quelle

Die Quelle kann im ERP, Einkauf, Lager, Produktionssystem oder in Lieferantenabrechnungen liegen. Nicht jede Schraube muss ein eigener Datenpunkt sein. Ziel ist ein relevanter, nachvollziehbarer Materialfluss.

15

B8: Mitarbeiterdaten kommen meist aus HR – aber Definitionen vorher klären.

Der Basic Module verlangt Workforce-Informationen nach Vertragsart – temporär oder permanent –, Geschlecht und bei Tätigkeit in mehreren Ländern auch nach Land des Arbeitsvertrags.

Die Werte können in Headcount oder FTE angegeben werden, entsprechend der verwendeten Berichtslogik.

Vor dem HR-Export festlegen

  • Stichtag oder Berichtslogik
  • Headcount oder FTE
  • welche Gesellschaften dazugehören
  • wie Mitarbeitende mehreren Standorten zugeordnet werden

HR kann 143 Mitarbeitende liefern und Finance mit 137 FTE arbeiten – beide Zahlen sind möglicherweise korrekt, aber nicht dasselbe.

16

B9: Arbeitssicherheit braucht mehr als die Aussage „wir arbeiten sicher“.

Der Standard verlangt Angaben über die Anzahl recordable work-related accidents und die entsprechende Unfallrate sowie – vorbehaltlich rechtlicher Einschränkungen – relevante Todesfälle aus Arbeitsunfällen beziehungsweise arbeitsbedingter Erkrankung.

Typische Quellen sind H&S beziehungsweise EHS, HR, Unfallregister, Berufsgenossenschafts- oder Versicherungsunterlagen und interne Arbeitssicherheitsstatistiken.

Wichtig

Absolute Zahl und Rate sind nicht dasselbe.

Wenn eine Rate berichtet wird, muss die verwendete Berechnungslogik nachvollziehbar bleiben. Dieser Leitfaden erfindet dafür keine unternehmensfremde Formel.

17

B10: Vergütung, Tarifbindung und Weiterbildung.

Für B10 benötigen Sie je nach Unternehmenssituation Angaben dazu:

  • ob Mitarbeitende mindestens nach dem anwendbaren gesetzlichen Mindestlohn beziehungsweise einschlägiger tariflicher Grundlage vergütet werden
  • welcher Anteil der Beschäftigten von Tarifvereinbarungen erfasst ist
  • durchschnittliche jährliche Trainingsstunden pro Mitarbeiter

Eine Gender-Pay-Gap-Angabe wird in diesem Bereich nur verlangt, wenn das Unternehmen bereits aufgrund einschlägigen EU- oder nationalen Rechts verpflichtet ist, sie zu berichten.

Typische Quellen sind Payroll, HR, Tarif- oder Betriebsvereinbarungen, Learning Management System und Schulungslisten. Bei Trainingsstunden sollte klar sein, welche Schulungen zählen und für welchen Mitarbeiterkreis.

18

B11: Korruption und Bestechung – ein „Nullwert“ sollte trotzdem bestätigt werden.

Falls im Berichtszeitraum Verurteilungen oder Geldbußen aufgrund von Verstößen gegen Anti-Corruption- oder Anti-Bribery-Gesetze vorlagen, sieht B11 die Angabe der Anzahl der Verurteilungen und des Gesamtbetrags der Geldbußen vor.

0 ist ebenfalls ein Datenpunkt.

Er sollte aus interner Bestätigung entstehen – nicht aus Vermutung.

Die Bestätigung kann je nach Unternehmensstruktur durch Geschäftsführung, Compliance oder Legal erfolgen. Eine externe Person sollte den Nullwert nicht stellvertretend annehmen.

19

So sieht eine praktische VSME Data Map aus.

Noch bevor der Bericht geschrieben wird, ordnet die Data Map jede Disclosure einer internen Quelle, einem Verantwortlichen, einem Nachweis und einem Status zu.

B1

Umsatz

bereit
Interne Quelle
Jahresabschluss
Verantwortlich
Finance
Nachweis
Abschluss

B1

Mitarbeitende

bereit
Interne Quelle
HR-System
Verantwortlich
HR
Nachweis
HR-Auswertung

B3

Strom

bereit
Interne Quelle
Energieabrechnung
Verantwortlich
Finance
Nachweis
Rechnungen

B3

Scope 1

berechnen
Interne Quelle
Energie-/Fuel-Daten
Verantwortlich
Operations
Nachweis
Berechnung

B6

Wasser

bereit
Interne Quelle
Wasserrechnung
Verantwortlich
Facility
Nachweis
Rechnung

B7

gefährlicher Abfall

prüfen
Interne Quelle
Entsorger
Verantwortlich
EHS
Nachweis
Jahresreport

B8

Vertragsarten

bereit
Interne Quelle
HR
Verantwortlich
HR
Nachweis
HR-Auswertung

B9

Unfallrate

berechnen
Interne Quelle
H&S
Verantwortlich
HSE
Nachweis
Unfallregister

B10

Trainingsstunden

teilweise
Interne Quelle
HR
Verantwortlich
HR
Nachweis
Trainingsliste

B11

Korruptionsfälle

bestätigen
Interne Quelle
GF/Compliance
Verantwortlich
GF
Nachweis
Bestätigung

Der Status kann beispielsweise lauten: bereit, beschaffen, berechnen, bestätigen, nicht anwendbar oder Gap.

Damit wird aus einem Nachhaltigkeitsbericht ein kontrollierbares Datenprojekt.

20

Comprehensive Module: Wann sollten Sie zusätzliche Daten sammeln?

Der Comprehensive Module ist darauf ausgelegt, zusätzliche Informationsbedürfnisse von Banken, Investoren und Unternehmenskunden abzudecken.

Für einen Produktionslieferanten kann er besonders interessant sein, wenn der Bericht nicht nur öffentlich existieren soll, sondern als wiederverwendbare ESG-Datenbasis für die Lieferkette dienen soll. Nicht jeder Comprehensive-Datenpunkt gilt dabei automatisch für jedes Unternehmen.

C1

Geschäftsmodell, Produkte, Märkte und Geschäftsbeziehungen

C2

Vertiefung bestehender Practices, Policies, Initiativen und Ziele

C3

GHG-Reduktionsziele und Climate Transition

C4

Klimarisiken

C5

Weitere Workforce-Informationen

C6

Human-Rights-Policies und Prozesse

C7

Bestätigte Menschenrechtsvorfälle

C8

Umsätze aus bestimmten Aktivitäten

C9

Gender Diversity im Governance Body

21

C1: Geschäftsmodell und Lieferkette nicht erst im Bericht erfinden.

Für C1 können Informationen über wesentliche Produkt- und Dienstleistungsgruppen, wichtige Märkte, wesentliche Geschäftsbeziehungen und sustainability-related Elemente der Strategie relevant sein.

Typische Quellen sind Unternehmenspräsentation, Website, Vertrieb, Finance, Einkauf und Geschäftsführung.

In klarer Sprache beantworten

Was stellen wir her?

Für welche Märkte?

In welchen Ländern?

Wer sind die wesentlichen Kundengruppen?

Welche Lieferanten- und Distributionsbeziehungen prägen das Geschäftsmodell?

Keine Marketingsprache nötig. Eine präzise Unternehmensbeschreibung ist wertvoller.

22

C3: Klimaziele nur berichten, wenn sie tatsächlich definiert sind.

Hat ein Unternehmen Treibhausgas-Reduktionsziele festgelegt, sieht C3 unter anderem Informationen vor zu Zieljahr, Zielwert, Basisjahr, Basiswert, verwendeter Einheit, erfassten Scopes und wesentlichen geplanten Maßnahmen.

Basisjahr → Baseline → Zieljahr → Zielwert → Scope → Maßnahmen

„Wir wollen nachhaltiger werden“ ist kein sauber definiertes GHG-Reduktionsziel. Wenn die Elemente intern noch nicht festgelegt wurden, sollte der Bericht sie nicht nachträglich erfinden.

23

C4: Klimarisiken brauchen zuerst eine echte Risikobetrachtung.

Wenn ein Unternehmen klimabezogene Gefahren oder Transition Events identifiziert hat, die Klimarisiken erzeugen, sieht C4 unter anderem Angaben dazu vor:

  • welche Gefahren beziehungsweise Transition Events identifiziert wurden
  • wie Exposition und Sensitivität von Assets, Aktivitäten und Value Chain beurteilt wurden
  • welche Zeithorizonte relevant sind
  • ob Anpassungsmaßnahmen umgesetzt wurden

Potenzielle finanzielle oder operative Auswirkungen können zusätzlich beschrieben und beispielsweise als hoch, mittel oder niedrig eingeschätzt werden.

Die zugrunde liegenden Informationen können aus Risk Management, Versicherungen, Operations, Facility, Lieferkettenanalyse und Geschäftsführung kommen.

C4 ist kein Auftrag, eine hübsche Climate-Risk-Matrix nachträglich zu erfinden.

24

Scope 3: Für Manufacturing sollte es zumindest bewusst geprüft werden.

Der 2026 Standard weist darauf hin, dass Scope-3-Informationen abhängig von der Geschäftstätigkeit relevant sein können. Manufacturing wird als ein Bereich genannt, bei dem wesentliche Scope-3-Kategorien wahrscheinlich sein können.

Das bedeutet nicht:

Jeder VSME-Bericht muss automatisch eine vollständige Scope-3-Bilanz enthalten.

Vielmehr sollte geprüft werden, ob Scope 3 für die Tätigkeit relevant ist, ob ein Kunde oder eine Bank es benötigt, welche Daten bereits vorliegen und welche Kategorien wesentlich wären.

Wenn Scope 3 Teil des vereinbarten Reporting-Umfangs ist, sollte die Datenerhebung gesondert und methodisch vorbereitet werden.

25

C5 bis C9: Viele Informationen liegen bereits irgendwo im Unternehmen.

Zusätzliche Comprehensive-Daten können unter anderem umfassen:

Workforce

Mitarbeiterfluktuation, gegebenenfalls Gender Ratio im Management und bestimmte externe oder temporäre Arbeitskräfte

Human Rights

Code of Conduct beziehungsweise Human Rights Policy, Themenabdeckung und Beschwerdemechanismus

Incidents

bestätigte relevante Menschenrechtsvorfälle in der eigenen Workforce beziehungsweise – soweit gefragt – in der Value Chain

Bestimmte Branchenumsätze

nur wenn die im Standard genannten Tätigkeiten tatsächlich relevant sind

Governance Diversity

Gender Diversity Ratio des Governance Body, sofern ein solcher vorhanden ist

Diese Felder sollte nicht eine ESG-Person allein ausfüllen. Jeder Datenpunkt braucht den richtigen internen Owner.

26

Wer liefert welche VSME-Daten?

Für ein typisches Produktionsunternehmen könnte die interne Zuordnung so aussehen:

Geschäftsführung

Strategie, Policies, Ziele, Governance und Bestätigung von Unternehmensangaben

Finance / Controlling

Umsatz, Bilanzsumme, Energieabrechnungen und quantitative Daten

HR

Mitarbeitende, Verträge, Gender-Daten, Tarifabdeckung, Training und Fluktuation

HSE / Qualität / Umwelt

Arbeitssicherheit, Zertifikate, Umweltmanagement, Pollution, Abfall und Wasser

Facility / Operations

Energie, Brennstoffe, Kältemittel, Wasser und Standortinformationen

Einkauf

Materialströme, Lieferantenprozesse, Supplier Policies und Value-Chain-Informationen

Compliance / Legal

Antikorruption, Menschenrechtsprozesse, bestätigte Vorfälle und relevante Geldbußen

Eine Person kann das Projekt koordinieren. Aber eine Person sollte nicht alle Unternehmensdaten aus dem Gedächtnis beantworten.

Eine ausführlichere Zuordnung von ESG-Daten zu Finance, HR, Einkauf, Qualität, Operations und Management finden Sie in unserer Data-Owner-Übersicht.

27

Behalten Sie zu jeder Zahl die Quelle.

Ein häufiger Fehler bei Nachhaltigkeitsberichten: Die finale Zahl wird sauber formatiert. Die Berechnungsgrundlage verschwindet.

BEISPIEL

Scope 1: 184 t CO₂e

Zwei Jahre später muss noch erkennbar sein, welche Gasrechnungen und Fahrzeuge enthalten waren, welcher Faktor verwendet wurde und welches Berichtsjahr gemeint war.

Traceability Chain

Berichtsaussage → Datenpunkt → Berechnung → Quelle → Nachweis

Dasselbe gilt für Energie, Wasser, Abfall, Workforce, Training, Unfallraten und Materialströme.

Der Report ist das Output-Dokument. Die Datenbasis dahinter ist das eigentliche Asset. Vertiefend: ESG-Nachweise für Lieferanten und Unsere Methodik.

28

Das zweite Berichtsjahr sollte deutlich einfacher werden.

Der Standard sieht ab dem zweiten Berichtsjahr grundsätzlich Vergleichsinformationen zum Vorjahr vor, außer bei erstmals offengelegten Metrics.

Wenn Sie Year 1 sauber aufbauen, speichern Sie deshalb nicht nur den fertigen PDF-Bericht.

YEAR 1

Struktur aufbauen

Quelle, Owner, Einheit, Formeln, Faktorversionen, Policies, Gültigkeiten, Scope und Gaps sichern.

YEAR 2

Veränderungen prüfen

Aus „Woher bekommen wir die Daten?“ wird „Welche Werte haben sich seit dem Vorjahr verändert?“

29

Ein VSME-Bericht ist besonders wertvoll, wenn die Daten wiederverwendbar bleiben.

Der neue Voluntary Standard soll Unternehmen dabei unterstützen, Informationsbedürfnisse unter anderem von CSRD-berichtspflichtigen Geschäftspartnern, Banken und Investoren strukturierter zu bedienen.

Die Energiezahl aus B3 ist deshalb nicht nur eine VSME-Zahl. Sie kann später für Kundenfragebogen, Supplier Portal, Bank, EcoVadis, IntegrityNext und interne ESG-Steuerung relevant werden.

Dasselbe gilt für Zertifikate, Policies, Workforce-Daten, Abfall, Wasser sowie Scope 1 und Scope 2.

Interne Struktur

ESG-Datenpunkt → Quelle → Zeitraum → Nachweis → verwendbare Outputs

Die Wiederverwendung wird konkret, wenn später ein ESG-Fragebogen vom Kunden, ein EcoVadis-Assessment oder eine IntegrityNext-Einladung eintrifft.

30

Muss man den Bericht über den DNK erstellen?

Nein. Der Voluntary Standard schreibt keine bestimmte deutsche Softwareplattform für die Erstellung vor.

Für Unternehmen in Deutschland gibt es jedoch ein relevantes kostenloses Angebot: Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex stellt ein digitales VSME-Modul bereit, das Unternehmen durch den Berichtsprozess führt. Das Angebot wird von der Bundesregierung unterstützt und seit März 2026 als kostenfreies Werkzeug zur VSME-Berichterstattung für KMU positioniert.

Der DNK veröffentlicht inzwischen auch reale VSME-Berichte als Beispiele.

Das Tool ersetzt nicht die zugrunde liegende Datenarbeit.

Unternehmensdaten müssen unabhängig vom Ausgabeweg gefunden, geprüft, berechnet, zugeordnet und dokumentiert werden.

Evipace ist unabhängig vom DNK, nicht mit ihm verbunden und besitzt die Plattform nicht. Der DNK ist weder verpflichtend noch die einzige mögliche Ausgabeform. Offizielle Informationen bieten das Bundeswirtschaftsministerium zum DNK und die veröffentlichten VSME-Beispiele des DNK.

31

Was bedeutet der Value Chain Cap für den VSME?

Der neue Voluntary Standard hat neben freiwilligem Reporting eine zweite wichtige Funktion: Er bildet die Referenz für den sogenannten Value Chain Cap.

Die 2026 geänderte Accounting Directive sieht den freiwilligen Standard für Unternehmen mit durchschnittlich höchstens 1.000 Beschäftigten vor und verknüpft ihn mit einer Begrenzung bestimmter Informationsanforderungen entlang der Wertschöpfungskette.

Annex II des 2026 Voluntary Standard listet die Datenpunkte auf, die vom Value Chain Cap umfasst werden. Dabei bestehen auch Unterschiede für Unternehmen mit höchstens 10 Beschäftigten und größere geschützte Unternehmen.

Nicht pauschal verallgemeinern

Der Value Chain Cap bedeutet nicht, dass ein Kunde einem Lieferanten nie zusätzliche Informationen abfragen darf. Der Mechanismus bezieht sich auf bestimmte Sustainability-Informationsanforderungen im Kontext der Accounting Directive; andere rechtliche, vertragliche oder kommerzielle Anforderungen müssen getrennt beurteilt werden.

Außerdem ist der delegierte Voluntary-Standard-Akt nach dem offiziellen Stand vom 22. August 2026 noch nicht in Kraft, solange die Veröffentlichung im Amtsblatt aussteht.

Die rechtliche Grundlage finden Sie in Directive (EU) 2026/470, insbesondere Artikel 29ca; die konkrete 2026 Datenstruktur einschließlich Annex II im EFRAG Knowledge Hub.

32

Die ersten vier Stunden eines VSME-Projekts.

Wenn Sie heute beginnen, sollten Sie noch keinen Bericht schreiben.

  1. 01Berichtsjahr und berichtende Gesellschaft festlegen.
  2. 02Basic oder Basic + Comprehensive als Ziel definieren.
  3. 03B1–B11 in eine Data Map übertragen.
  4. 04Jeden Datenpunkt einem internen Owner zuordnen.
  5. 05Status vergeben: bereit, beschaffen, berechnen, bestätigen, Gap oder nicht anwendbar.
  6. 06Mit Energie, Scope 1, Scope 2, Wasser, Abfall und Materialströmen beginnen.
  7. 07Parallel Policies, Zertifikate und bestehende Dokumentation einsammeln.
  8. 08HR- und H&S-Daten separat strukturieren.
  9. 09Erst wenn die Datenbasis steht, Narrative schreiben.

Der schlechteste Workflow ist: Bericht von oben nach unten schreiben und bei jedem Absatz neu nach Daten suchen.

33

Welche Fehler sollten Unternehmen vermeiden?

01

Den Bericht vor den Daten schreiben

Dann entstehen Aussagen, für die später keine Quelle existiert.

02

Alte VSME-Checkliste blind verwenden

2026 wurde der neue Voluntary Standard angenommen. Versionsstand dokumentieren.

03

Nicht vorhanden und nicht anwendbar verwechseln

Das sind unterschiedliche Situationen.

04

Policies nur für den Bericht produzieren

Eine Policy sollte echte Praxis oder eine tatsächlich verabschiedete neue Verpflichtung darstellen.

05

Scope 1 und Scope 2 ohne Berechnungsgrundlage übernehmen

Quellen und Faktoren erhalten.

06

Nur Gesamtwerte speichern

Standort-, Zeitraum- und Quelldaten behalten.

07

Alles einer Person geben

VSME-Daten gehören mehreren Fachbereichen.

08

Nach Veröffentlichung Arbeitsdateien löschen

Die wiederverwendbare Datenbasis ist mindestens genauso wichtig wie der Bericht.

34

Wann externe Unterstützung sinnvoll wird.

Ein sehr kleines Unternehmen mit einem Standort, wenigen Datenquellen und überschaubarer Organisation kann einen Basic Report durchaus selbst strukturieren.

Unterstützung wird interessanter, wenn:

  • mehrere Produktionsstandorte vorhanden sind
  • Verantwortlichkeiten intern unklar sind
  • Scope 1 und Scope 2 noch berechnet werden müssen
  • Abfall- oder Materialdaten aus mehreren Quellen kommen
  • bestehende Policies geprüft werden müssen
  • Comprehensive Reporting sinnvoll ist
  • der Report gleichzeitig Kunden- und Bankanfragen bedienen soll
  • aus dem Projekt eine wiederverwendbare ESG-Datenbasis entstehen soll

Dann besteht die Arbeit nicht primär daraus, einen Nachhaltigkeitsbericht zu schreiben, sondern aus:

Scope → Datapoints → Owner → Source → Calculation → Evidence → Review → Report

Ihr nächster Schritt

Sie möchten einen VSME-Bericht erstellen, aber die Daten liegen noch überall?

Senden Sie uns die vorhandenen Unternehmensinformationen und Unterlagen.

Wir strukturieren die benötigten VSME-Daten, identifizieren vorhandene Quellen und Lücken, bereiten notwendige Berechnungen vor und führen die Informationen zu einer nachvollziehbaren Berichtsgrundlage zusammen.

Energie · Emissionen · Abfall · Wasser · Mitarbeitende · Policies · Nachweise

FAQ

Häufige Fragen zu den Daten für einen VSME-Bericht

Welche Daten braucht man für einen VSME-Bericht?

Der Basic Module umfasst Unternehmensinformationen, Nachhaltigkeitspraktiken und Policies sowie Angaben zu Energie und Treibhausgasemissionen, Umwelt, Workforce, Arbeitssicherheit, Vergütung und Weiterbildung sowie bestimmten Governance-Themen. Welche Angaben tatsächlich benötigt werden, hängt zusätzlich von den if-applicable-Regeln und der Situation des Unternehmens ab.

Muss jedes Unternehmen den Comprehensive Module verwenden?

Nein. Der Comprehensive Module ergänzt den Basic Module insbesondere um Informationen, die für Banken, Investoren und Unternehmenskunden relevant sein können. Der Basic Module ist Voraussetzung für die Comprehensive-Ebene.

Brauche ich Scope 1 und Scope 2 für VSME?

Im 2026 Voluntary Standard enthält B3 Angaben zu Scope-1-Emissionen und location-based Scope-2-Emissionen in tCO₂e; für Unternehmen mit 10 Beschäftigten oder weniger sind diese Angaben ausdrücklich als freiwillig gekennzeichnet.

Brauche ich Scope 3?

Nicht automatisch als grundlegenden B3-Datenpunkt. Der Standard weist jedoch darauf hin, dass Scope 3 je nach Tätigkeit relevant sein kann und nennt Manufacturing als einen Bereich, in dem wesentliche Scope-3-Kategorien wahrscheinlich sein können.

Muss ich Daten melden, die für unser Unternehmen nicht zutreffen?

Bestimmte Disclosures unterliegen dem if-applicable-Prinzip. Sie werden nur angegeben, wenn die im jeweiligen Disclosure beschriebenen Umstände tatsächlich auf das Unternehmen zutreffen.

Braucht ein VSME-Bericht eine Prüfung oder Zertifizierung?

Der Voluntary Standard selbst ist ein Reporting Standard und macht aus dem Bericht nicht automatisch ein zertifiziertes oder assurance-geprüftes Dokument. Andere freiwillige Plattformen oder Programme können eigene Plausibilitätschecks oder Signets anbieten; das sollte davon getrennt betrachtet werden.

Muss der Bericht über den DNK erstellt werden?

Nein. In Deutschland bietet der DNK jedoch ein kostenloses digitales VSME-Tool an, das Unternehmen durch den Berichtsprozess führt.

Wie oft sollte ein VSME-Bericht aktualisiert werden?

Wenn der Bericht Informationsbedürfnisse großer Unternehmen oder Banken bedient, die jährlich aktualisierte Daten verlangen, sieht der Standard eine jährliche Erstellung vor. Wenn Finanzberichte erstellt werden, soll der Berichtszeitraum mit deren Zeitraum übereinstimmen. Ab dem zweiten Berichtsjahr werden grundsätzlich Vorjahresvergleichsinformationen vorgesehen.

Ist VSME 2026 schon in Kraft?

Die Kommission hat den neuen Voluntary Standard am 3. Juli 2026 angenommen. Nach dem offiziellen Stand vom 22. August 2026 ist der delegierte Rechtsakt jedoch noch nicht in Kraft, solange er nicht im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde.

Kann evipace garantieren, dass ein Kunde einen VSME-Bericht akzeptiert?

Nein. Evipace kann Daten, Berechnungen, Nachweise und Berichtsgrundlagen strukturiert vorbereiten. Welche Informationen ein konkreter Kunde, eine Bank oder eine andere Stelle akzeptiert beziehungsweise zusätzlich verlangt, liegt beim jeweiligen Empfänger und den anwendbaren Anforderungen.

Quellen & weiterführende Informationen